Planeten-Parade

Planeten-Parade

Auf diese Weise lässt sich wohl der sommerliche Abend- und Nachthimmel am besten beschreiben, denn sobald Venus, Mars, Saturn und auch noch Jupiter gleichzeitig am Horizont stehen, ist es wohl für viele Hobby-Astronomen ein Fest im..äh…am Himmelszelt!


Mit bloßem Auge und auch den hierfür zu schwachen Teleobjektiven ist kein erkennbarer Unterschied zu den Sternen in Lichtjahre weiter Entfernung zu bemerken, aber dafür haben wir ja auch noch unser Teleskop, das wir erst kürzlich durch eine dreifach-vergrößernden Barlow-Linse aufgestockt haben. Und sie kam auch schnell zum Einsatz, denn schon am Tag vor der Jahrhundert-Mondfinsternis (diese haben wir selbstverständlich auch beobachtet und aufgenommen [siehe Artikel]) haben wir unerwarteterweise einen komplett wolkenfreien Horizont zu Gesicht bekommen, da mussten wir auch nicht zweimal überlegen:
Diese Nacht wird für Planetenfotografie genutzt!


Als diese Offensichtlichkeit “geklärt” wurde, hieß es wieder einmal Sachen packen und machten uns sofort auf den Weg (zu den Planeten). Kaum angekommen, konnten wir die erdnahen Himmelskörper schon erspähen, das wiederum bedeutet, dass es Zeit zum Aufbau war. Da wir schon etwas geübter sind und auch ohne Abzusprechen wissen, was der Andere macht bzw. man selbst tun muss, ging dieses Unterfangen sehr flüssig von der Hand und konnten uns daher auch umso schneller an den planetarischen Schönheiten erfreuen.


Mit Mars begann unsere fotografische Reise zu den astronomischen Nachbarn: Das rote Licht ließ sich schnell ausfindig machen, ebenso im Sucher und dann auch durch den Tubus erblickbar; die ersten Aufnahmen zeigten noch einen etwas vergrößerten leicht schimmernden Punkt am Firmament, womit wir uns nicht wirklich zufrieden geben, weshalb wir nun zu größeren Geschützen wechselten: Die Barlow-Linse. Mit ihrer Hilfe wurde aus dem gerade noch unscheinbaren Objekt eine deutlich erkennbare Scheibe mit einem fast vollständigen orangefarbenen Glanz, außer an den Polen, die durch eine leichte Blaufärbung sich vom Rest des Planeten kontrastieren.


(Mars-Bild: „Der Pol beherbergt sowohl Trocken- als auch Wassereis, welche für den Beobachter als bläulicher Rand wahrzunehmen sind”)


Den Mars haben wir wortwörtlich links liegen gelassen und machten uns mit Zuversicht daran, das nächste Ziel anzusteuern und abzulichten. Dieses war der wohl bekannteste Vertreter der Ringplaneten in unserem Sonnensystem: Saturn. Der Gasriese ist ohne Himmelsmittel vom Roten Planeten unterscheidbar, da sein „Licht“ im Vergleich eher weißlich ist, aber dadurch ist er ebenfalls vielen der Sterne zum Verwechseln ähnlich. Ein Blick durch das Teleobjektiv verrät auch nicht mehr, aber für solche Fälle haben wir ja ab sofort Barlow-Linse + Teleskop als perfekte Zweierkombo für Planetenfotografie!


Und wie sich zeigte, war es diese Anschaffung wert, denn allein der erste Blick durch das feinjustierte Okular ließ nicht viel zu wünschen übrig: Dieser Anblick von Saturn mit seinen markanten Ringen war uns bisher nur aus Internet bekannt und sorgte umso mehr für Freude, dies nun mit eigenen Augen zu sehen bzw. mit eigenen Mitteln es überhaupt möglich zu machen! Keine Frage, die Kamera wurde natürlich angeschlossen und damit begann die nächste (und gleichzeitig längste) Aufnahme-Session eines Planeten dieser Nacht!


Der zweitgrößte Himmelsköper zeigte sich eindrucksvoll und ebenso seine Eis- und Gesteinsringe

Damit kamen wir zum letzten Objekt unserer Begierde, den König des Sonnensystems, wie er jeher genannt wird, denn schon bei den antiken Astronomen verkörperte er wohl göttliche Dominanz und Herrschaft: Jupiter. Was bei Saturn die Ringe sind, entsprechen die Streifen und der “Große Rote Fleck” des größten Planeten, letzterer war leider nicht zu erkennen. Dafür konnten wir uns an etwas ganz anderem erfreuen: die Gallileischen Monde. Diese Gruppe von 4 Himmelskörper, benannt nach ihren italienischen Entdecker Gallileo Gallilei, zeigte sich zwar nicht durch direkte Himmelsbeobachtung, jedoch gelang es uns mit den richtigen Kameraeinstellungen auch diese auf dem Foto schlussendlich abzubilden.


〈Jupiter-mit-Monden-Bild: “Von links nach rechts sind zu sehen: …. …. …. ….”〉


Den vorhin erstgenannten Planeten haben wir in dieser Session nicht fotografiert, da schon bei Ankunft Venus zu tief am Horizont stand. Außerdem gibt es auch noch mehr als genug Möglichkeiten diese abzulichten bzw. haben wir das auch schon längst getan.


Damit haben wir zwar diese Nacht relativ früh beendet, doch auf jeden Fall kehrten wir mit einigen schönen Aufnahmen wieder.

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